Ist Wissenssicherung sinnvoll?

Innovation

Innovation braucht Wissen / flickr.com CC BY-SA-2.0 von Mike Seyfang (MikeBlogs)

Letzte Woche fand hier in München eine Veranstaltung zum Thema „Innovationsmanagement“ statt. Veranstaltet wurde der Abend von der GPM Regionalgruppe München (in der ich selbst ehrenamtlich aktiv bin). Referiert haben die beiden Gründer der auf Innovationsmanagement spezialisierten Unternehmensberatung Alpha Sieben, Manfred Damsch und Hans-Martin Lauer.

Im Diskussionsteil der Veranstaltung entspann sich ein interessantes Gespräch: Ein Teilnehmer merkte an, dass ihm das Thema Wissenssicherung zu kurz gekommen wäre. Im Zusammenhang mit Wissen hätten wir nur über „Wissen teilen“, „Wissen erschließen“ und „Wissen kennen“ gesprochen. Die Diskussion ging dann darum, ob man Wissen sichern kann, und wie. In den 1990er Jahren gab es ja verschiedentlich Ansätze, Wissen in großen Wissensdatenbanken zu sichern. Ich glaube man darf behaupten, dass dieser Ansatz gescheitert ist.

Heute ist der Ansatz doch eher, Menschen mit spezifischem Wissen zu vernetzen.

Während dieser Datenbankära (also die besagten 1990er) war ich in einem internationalen Unternehmen beschäftigt. Wir wurden von der Personalabteilung aufgefordert, unsere Qualifikationen und Kenntnisse in einer Datenbank zu hinterlegen. Unseren Eintrag durften und sollten wir selbst pflegen. Die Idee war, dass jeder Mitarbeiter weltweit, der Mitarbeiter für ein Projekt suchte, sich die Fachexperten aus dieser Datenbank zusammen suchen konnte. Weder bei mir noch bei den mir bekannten Kollegen wurde auch nur eine Anfrage gestellt. Keine. Übrigens ist die Datenbank dann ziemlich schnell eingeschlafen.

Warum hat das nicht funktioniert? Zum einen veraltet Wissen, und altes Wissen kann man getrost vergessen. Zum anderen ticken wir Menschen einfach anders. Wir helfen gerne anderen, wenn wir merken, unser Wissen wird gebraucht und wir uns mit dem Ziel identifizieren können. Wenn also das Ziel für uns positiv und relevant ist.

Die meisten von uns schreiben nicht gerne irgendwo auf, dass wir supertoll sind und dass wir der beste Java-Entwickler weit und breit sind. Werden wir aber gefragt, wie man dieses Software-Problem elegant lösen könnte, dann sind wir gerne dabei und helfen mit konkreten Vorschlägen. Insofern kann ich der Argumentation, dass Wissenssicherung nicht unbedingt sinnvoll ist, durchaus etwas abgewinnen. Wohl aber dem Teilen von Wissen. (Aber das ist sicher eine Geschichte für sich …)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.