Archiv der Kategorie: PM-Methoden

XMind 2013 mit neuen Export-Möglichkeiten

Ich arbeite schon länger mit der Pro-Version. Was mir da immer wieder gefehlt hat, war eine Export-Möglichkeit in CSV oder Excel-Format. Seit einigen Monaten ist nun das neue XMind 2013 verfügbar.Neben anderen Features wurden die Export-Möglichkeiten tatsächlich um diese Formate ergänzt.

Das ist sehr gut! Denn bereits bisher konnte man einen wunderbaren grafischen Projektstrukturplan erstellen (Vorlage: Orgplan). Den kann man sogar nummerieren. Also ein richtiger PSP nach Lehrbuch. Mit XMind sieht das dann schon richtig gut aus. Nur war bisher der Export und die Weiterverwendung in anderen Office-Formaten eine Krücke (wie ich finde).

Mit Version 2013 kann CSV und Excel erstellt werden. Der Export nach Excel klappt auch gut, ich konnte die erzeugten Dateien mit Excel 2013 problemlos öffnen. Bei der Strukturierung stehen verschiedene Möglichkeiten offen, sodass man die Excel-Daten tatsächlich schnell weiterverwenden kann.

Leider haben die Entwickler die Export-Funktion aber nicht wirklich fertig entwickelt. Zwei wichtige Funktionen fehlen, wie ich finde:

  • Wenn ich den PSP nummeriere, werden die Nummern leider nicht exportiert. Wenn man in Excel die Nummerierung weiterverwenden möchte, muss man sie dort neu erzeugen
  • Wenn man mit der Aufgaben-Funktion arbeitet, kann man die Aufgaben exportieren (schon mal super). Allerdings erzeugt die XMind Exportfunktion dann eine lineare Liste aller Elemente. Die Struktur geht also völlig verloren. Gerade diese Funktion wäre natürlich super gewesen. Dann wäre vielleicht mit ein bisschen Handarbeit ein Import in Ganttproject oder MS Project möglich gewesen. Und das wäre wirklich schick gewesen.

Trotzdem: Die neuen Funktionen in XMind 2013 sind schon hilfreich. Ob sich ein Upgrade lohnt? Wenn Sie die kostenlose Version nutzen, auf jeden Fall. Ansonsten lohnt sich ein Blick in die Featureliste, ob Sie Verwendung für die neuen Features haben. Stabil war die 2012-Version ja schließlich meinem Eindruck nach. Hier habe ich auch in der neuen Version noch keine üblen Sachen erlebt.

 

Wenn wir nicht alles wissen – Umgang mit Unsicherheiten im Projekt

In den klassischen Projektmanagement-Büchern und Trainings wird einem eingebläut, erst die Ziele zu klären und zu definieren, und dann das Projekt mit all seinen Vorgängen und Arbeitspaketen zu planen. Anschließend muss man das Ganze nur noch umsetzen. Trivial. Eigentlich.

Denn leider ist die (Projekt-) Welt keine Schnur, entlang der die die Aufgaben als feste Sequenz aufgefädelt sind. Das „Nicht-Wissen“ macht uns einen Strich durch die einfache Rechnung. Wir kennen vielleicht nicht alle Ziele. Nicht selten können sich Ziele in Abhängigkeit von Zwischenergebnissen im Projektverlauf ändern. Oder wir wissen zu Beginn des Projektes nicht, wie, also mit welchen Tätigkeiten (Aufgabenpakete) die Ziele erreicht werden können.

Besonders lustig (oder besser gesagt anspruchsvoll) wird es, wenn beides, die Ziele und die Aufgaben oder Lösungswege, unbekannt sind. Weiterlesen

Feedback für den Projektleiter

Woher weiß der Projektleiter, ob er das Projektteam gut führt? Oder anders herum formuliert: Dass sich die Mitarbeiter im Projektteam gut geführt fühlen?

Stimmt, das ist nicht dasselbe. Gut führen und sich gut geführt fühlen muss nicht übereinstimmen. Bleiben wir also bei „gut führen“.

Der Projektleiter muss aktiv Feedback einholen. Denn bis auf wenige Ausnahmen abgesehen bekommt eine Führungskraft kein proaktives Feedback. Weiterlesen

Wann kommt Agilität an seine Grenzen? Agile Methoden außerhalb der Software-Entwicklung

Agile Methoden im Projektmanagement haben sich seit vielen Jahren bewährt. XP und insbesondere Scrum, um nur zwei zu nennen, sind in der Softwareentwicklung etabliert.

Die Vorteile der agilen Vorgehensweise in der Entwickung komplexer Software-Anwendungen sind anerkannt. Was ist aber mit den vielen anderen Projektarten? In Bau- und großen Engineering-Projekten kommen agile Methoden an ihre Grenzen. Auch darüber gibt es, denke ich, keinen Dissens.

Im Moment arbeite ich einem großen Beschaffungsprojekt. Zwei Werkzeugmaschinen werden für die Serienfertigung von Motorenteilen angeschafft und in eine Produktionslinie eingephast. Ähnlich zu klassischen Bauprojekten liegt es auch hier nahe, agile Methoden in der Schublade zu lassen. Das Vorgehen ist gut planbar. Es ist bekannt, welche Teile die Maschinen fertigen sollen, wie diese vor und nach der Bearbeitung durch die Maschine auszusehen haben, wie viele Teile gefertigt werden sollen usw. Kurz: Die Anforderungen sind also klar. Weiterlesen