Archiv für den Monat: Januar 2014

Projektleiter-Coaching: Bringt das was?

Coaching kann eine sinnvolle Sache sein. Manager der oberen Ebenen gönnen sich ja recht häufig diesen Luxus. Dabei bin ich ja der Meinung, dass Coaching dann am sinnvollsten ist, wenn Menschen neu in Führungspositionen kommen und sich in dieser Rolle zurechtfinden müssen. Gerade in Projekten ist es nach meiner Erfahrung häufig die Realität, dass Mitarbeiter zu Projektleitern benannt werden, die auf diese Rolle in keiner Weise vorbereitet wurden. Der frischgebackene Projektleiter soll einfach mal loslegen, sie oder er wird schon zurechtkommen. Vielleicht bekommt der PL noch gezeigt, wo das Projektmanagementhandbuch zu finden ist. Und wenn der neu ernannte Projektleiter lange genug quengelt, darf sie oder er sogar ein 2- oder 3-tägiges Projektmanagement-Seminar besuchen. Wenn es nicht zu teuer ist.

Coaching ist, wie ich finde, eine sehr effiziente und effektive Möglichkeit, einen Projektleiter zu unterstützen. Effizient, weil das Verhältnis von Kosten und Nutzen unschlagbar ist. (Was kostet es das Unternehmen, wenn das Projekt einen Monat zu spät abgeschlossen wird?) Effektiv, weil gutes Coaching sehr individuell und damit punktgenau ansetzt.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Coach gut ist. Er muss sowohl in PM-Methoden als auch Soft Skills bewandert sein. Er muss aber vor allem in der Lage sein, den Coachee bei der Entwicklung seiner individuellen Stärken und seines individuellen Führungsstils zu beraten und tagesaktuell und situationsbezogen mit dem PL dessen Handeln zu reflektieren. Der Coach darf auf keinen Fall der heimliche Projektleiter werden, wo der Projektleiter und Coachee zum Handlager wird.

Richtig umgesetzt verkürzt ein Coaching-Programm die Lernphase für einen Projektleiter deutlich. Das Unternehmen kann sich schlecht laufende Projekte sparen, und der Projektleiter eine blutige Nase.

Übersicht Projektmanagement zum Download beim Projektmagazin

Das Projektmagazin ist ein ausschließlich online zu beziehendes Magazin mit Fachartikeln zu Themen rund um Projektmanagement. Die redaktionellen Beiträge stehen nur den Abonnenten zur Verfügung, ebenso wie der Zugriff zu dem umfangreichen Glossar in Deutsch*) und Englisch.

Ein Artikel jedoch ist frei zugänglich: „Projektmanagement kompakt“. Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über alle wesentlichen Themen des Projektmanagement, also Methoden, Tools, Soft Skills und den relevanten Standards und steht online und als PDF-Download zur Verfügung. Nun kann selbst der versierteste Autor diese Themen auf einigen knappen Seiten nur anreisen, aber nirgendwo in die Tiefe gehen. Das Ergebnis ist, dass der Beitrag mit Links auf weiterführende Informationen nur so gespickt ist. Allerdings führen die Links ausschließlich auf Artikel im Projektmagazin, zugänglich nur für Abonnenten. Und dann steht der Nicht-Abonnent halt wieder da und schaut in die Röhre.

Der Beitrag ist also (auch) Werbung für das Projektmagazin, aber das ist ja deren gutes Recht. Schließlich darf man ja auch mal der Welt zeigen, welcher Fundus im Archiv des Projektmagazins zu finden ist.

Lohnt sich der Download? Da der Artikel kostenlos ist, kann sich jeder Interessierte selbst ein Urteil bilden. Für Nicht-Abonnenten, die in dem Thema Projektmanagement neu sind, gibt es bessere Übersichten. Denn diese Leser sind auf diesen Artikel beschränkt. Wer aber schon ein bisschen Erfahrung hat und mal thematisch ein bisschen in die Breite gehen möchte, dem bietet der Artikel eine gute Übersicht. Und für Abonnenten ist der Artikel ein Sprungbrett in das Archiv des Projektmagazins, da zu jedem Thema Links angegeben sind.

*) Im deutschen Glossar sind kurze Erläuterungen zu den Begiffen offen zugänglich. Ausführliche Beschreibungen und weiterführende Links sind nur Abonnenten zugänglich.

Geht das überhaupt? Die Machbarkeitsanalyse

In technischen Projekten stellen sich in frühen Projektphasen oft Fragen nach der Technologie. Wie sollte die Software entwickelt werden? Besitzen wir dazu das Know How? Können wir die geforderten Produktmerkmale überhaupt fertigen? Wie kann das Produkt am günstigsten gefertigt werden? Die Machbarkeit eines Projekts ist aber nicht nur technisch bedingt. So kann zum Beispiel auch unklar sein, ob es einen Lieferanten gibt, der Güter oder Informationen in einer bestimmten Frist oder zu sonstigen relevanten Bedingungen liefern kann. Weiterlesen

Fehlerkultur – aus Fehlern lernen

Irgendwie behauptet ja jedes Unternehmen, eine positive Fehlerkultur zu haben. Wirklich erlebt habe ich das aber noch nie. Das waren Lippenbekenntnisse. Die einzigen Ausnahmen waren immer von Personen, meist Führungskräften, initiiert und vorgelebt. Bisher nirgendwo habe ich ein Unternehmen erlebt, das einen definierten, installierten und gelebten Prozess zum Umgang mit Fehlern hatte. Weiterlesen

Entscheidungsdilemma – oder die Geschichte von der Entscheidungskompetenz

Was ist wichtiger? Die Glaubwürdigkeit des Lenkungsausschusses oder die fachliche Richtigkeit einer Entscheidung? Dazu möchte ich kurz eine Geschichte erzählen:

In dem Projekt, in dem ich zur Zeit als Projektleiter arbeite, stand eine Kaufentscheidung für eine Maschine an. Es geht um eine Werkzeugmaschine, die später in der Serienproduktion in einer maximalen Bearbeitungszeit von, sagen wir, 10 Minuten ein Bauteil bearbeitet. Der Lieferant hat nun diese Bearbeitung in seinem Angebot aufgenommen und garantiert diese auch. Allerdings steht im Angebot „10 Minuten +/- 10%“. Im schlechtesten Fall dauert die Bearbeitung also 11 Minuten. Weiterlesen